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Warnung
Bremsenteile sind Sicherheitsteile!
Diese Beschreibung kann
- Fehler enthalten,
- Gefahren übersehen,
- nicht auf Ihren Fall übertragbar sein.
Sie ist lediglich als Diskussionsgrundlage
gedacht. Ich übernehme keinerlei Verantwortung für etwaige Nachahmer!
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Bremsrohrleitungen
Bremsrohrleitungen gehören zwar zu den alterungsbeständigeren
Bremsenbauteilen, aber meist reißen sie doch irgendwann ab, wenn die
Überwurfschrauben auf der Leitung festgerostet sind.
Zwar kann man die Überwurfschrauben vor dem Lösen mit einem kleinen
Brenner erhitzen, aber wenn dies schon nötig ist, dann reißt
man das Leitungsende doch besser gleich ab und erneuert die ganze Leitung.
Zum Lösen der Verschraubungen sollte ein geschlitzter Ringschlüssel
verwendet werden:

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Austauschmöglichkeiten
Beim Austausch gibt es grundsätzlich 3 Möglichkeiten:
a) Fertig kaufen
Optimal ist es, fertig vorgebogene Bremsleitungen zu verwenden, wie es
sie zum Teil bei den üblichen DAF-Teile-Lieferanten gibt.
b) Selber biegen
Sind vorgebogene Leitungen nicht verfügbar, kann man in jedem Kfz-Teile-Geschäft
fertige Bremsleitungen in allen Längen kaufen. Diese Leitungen müssen
allerdings noch gebogen werden, was für den Ungeübten leichter
gesagt als getan ist!
Zudem haben diese Leitungen meist ausschließlich Überwurfschrauben
mit metrischem Gewinde, sodass sie in unseren Fahrzeugen nicht
überall verwendbar sind.
c) Komplett selber anfertigen
Der ambitionierte Autobastler kann sich seine Bremsleitungen auch selber
anfertigen, wobei der Aufwand nicht unerheblich ist.
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1 Beschaffung der Rohrleitungen
Kunststoffummantelte Stahlrohrleitungen gibt es in Rollen à 5
m in jedem Kfz-Zubehörladen. Der korrekte Durchmesser ist 4,75 mm
(entspricht 3/16").
In Bezug auf Leitungen aus Kupfer äußern sich die großen
Bremsenfabrikanten ablehnend, da dieses Material zu Dauerschwingungsbrüchen
neigt. Es gibt allerdings auch Leitungen aus einer Kupferlegierung, die
angeblich allen Ansprüchen genügen soll (Kunifer).
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2 Bördelformen
| F 180° |
E |
EN: DIN/ISO convex,
bubble flare |
EN: SAE double flare |
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Deutscher/europäischer Standard
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Amerikanischer und asiatischer Standard
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| F |
D |
EN: SAE convex,
bubble flare |
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Nur bei englischen Herstellern bis ca. 1970 verwendet
(z.B. Lockheed, Girling).
Ist auch Vorstufe zum E-Bördel.
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Nur der Vollständigkeit halber, wird bei Pkw-Stahlleitungen
nicht verwendet.
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Problem beim englischen F-Bördel
(und sicherlich auch beim E-Bördel):
Der Konus auf der Rückseite des Bördels weitet das vordere Ende der
Überwurfschraube auf (siehe die Risse im Foto). Die Überwurfschraube
ist dann nur noch schlecht aus der Bohrung zu entfernen und schlecht
in diese einzuführen. Vermutlich wurde er deswegen zugunsten des DIN-F-Bördels
aufgegeben.
Die DIN-F-Bördel können dem Vernehmen nach problemlos in Verschraubungen
verwendet werden, die ursprünglich für die SAE-F-Bördel vorgesehen
waren.
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Bei den DAF-Variomatic-Pkws finden sich sowohl die alten englischen SAE-F-Bördel
als auch die moderneren DIN-F-Bördel.
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3 Grundtypen der Überwurfschrauben
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Metrisch (z.B. M10x1) |
UNF (z.B. 3/8"-24) |
Mit Führung (fehlende Gewindegänge am vorderen Ende)
EN: with lead |
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Deutscher Typ |
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Englischer Typ |
Ohne Führung (Gewinde bis vorne, Vollgewinde)
EN: without lead |
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Asiatischer Typ |
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Amerikanischer Typ |
Die vier Grundtypen sind nicht gegeneinander austauschbar !
- Schraubt man eine Schraube mit Führung (fehlenden Gewindegängen) in
eine Bohrung, die für Vollgewinde ausgelegt ist, so stehen evtl. nicht
genügend Gewindegänge im Eingriff.
- Schraubt man eine Schraube mit Vollgewinde in eine Bohrung, bei der
am inneren Ende kein Gewinde geschnitten ist, so wird die Schraube am
inneren Ende schwergängig, die Leitung ist aber nicht fest.
Von allen Ausführungen gibt es Kurz- und
Langversionen, wobei die Langversionen in stark vibrationsbelasteten
Situationen zum Einsatz kommen.
Bei
DAF Variomatic: Die Verschraubungen sind bei Bremsenteilen von ATE typischerweise
mit einem metrischen Gewinde (M10x1) versehen, bei Lockheed dagegen mit
einem UNF-Gewinde (3/8"-24). Was vorliegt, müssen Sie im Einzelfall
prüfen. Da sich die Gewindesteigung kaum unterscheidet (24 Gänge
pro Zoll bei UNF contra 25,4 Gänge pro Zoll bei metrisch), ist es
einfacher, mit einem Messschieber (Schieblehre) den Durchmesser des Außengewindes
zu bestimmen: Bei M10 liegt er bei 9,9 mm und bei UNF bei 9,5 mm.
Der Innendurchmesser der Überwurfschrauben beträgt immer 5 mm.
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4 Paarung Überwurfschraube - Bördel
| Bei den Überwurfschrauben von ATE
wird stets angegeben, ob sie für E- oder F-Bördel vorgesehen sind.
Meiner Beobachtung nach besteht der Unterschied darin, dass die Schrauben,
die für E-Bördel vorgesehen sind, auf der Innenseite eine kräftige
Fase aufweisen (im Foto links). Die Schrauben für F-Bördel sind dort
nur leicht entgratet (im Foto rechts). |
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Der SAE-F-Bördel ist in dieser Hinsicht wie ein E-Bördel zu behandeln.
Dieser Zusammenhang wird auch im Bremswerkzeug-Katalog von Sykes-Pickavant
dargestellt (Seite 5: "Individual Punch and Die Selection Chart").
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Die nebenstehenden Zeichnungen zeigen die Einbausituation:
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Bei anderen Lieferanten von Überwurfschrauben wird entweder
nicht angegeben, für welche Bördelform diese sind, oder aber dass
sie für beide Bördelformen (E und F) zu verwenden sind. Diese Schrauben
weisen meist eine mittelstarke Fase auf, stellen also einen mehr
oder minder guten Kompromiss dar.
Die nebenstehenden Zeichnungen zeigen Kombinationen, die ich allerdings
nicht verwenden würde.
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Das
bisher Gesagte gilt auch für Überwurfmuttern. |
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5 Bördelwerkzeug
| Das Bördelgerät, das ich beim bekannten
Internetauktionshaus für 20,- Euro erstanden habe, war Billigschrott
und für das Bördeln von Stahlleitungen völlig untauglich.
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Im Anschluss habe ich das Bördelgerät von ATE
ausprobiert und war sehr zufrieden. Masse bedeutet zwar nicht automatisch
Klasse, aber das Gewicht ist doch schon ein deutliches Indiz: 0,85
kg beim Billiggerät, mehr als das 4-fache beim hochwertigen
Gerät.
Einzige Einschränkung: In der Gerätebeschreibung wird angegeben,
dass es für E- und F-Bördel geeignet ist. In der Originalbestückung
(Anfang 2009) kann es allerdings lediglich die veralteten SAE-F-Bördel
erzeugen (als Vorstufe zum E-Bördel). Das ist doch eine Einschränkung,
auf die in der Verkaufsbeschreibung hingewiesen werden sollte
!?
Hinzu kommt, dass nirgendwo gesagt wird, dass die F-Bördel, die
dieses Gerät in der Originalbestückung erzeugen kann, in Bezug auf
die Überwurfschrauben als E-Bördel zu behandeln sind.
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Glücklicherweise gibt es die Einsätze für den DIN-F-Bördel aber
auch einzeln zu kaufen. Die nebenstehenden Bilder zeigen den Unterschied
bei den Spannbacken (Gesenkstücken), die für die rückseitige
Form des Bördels verantwortlich sind.
Links die eckige Form für den DIN-F-Bördel, rechts die Vorlage für
den 45°-Winkel der SAE-Bördel.
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| Die Druckstücke (EN: punch) sehen einander sehr ähnlich,
haben aber doch unterschiedliche Nummern (Punch Nr. 1 für den
SAE-F-Bördel, Punch Nr. 6 für den DIN-F-Bördel). |
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Optisch baugleiche Geräte wie das von ATE gibt es auch bei einigen
anderen Anbietern, z.B. dem Korrosionsschutzdepot
oder Sykes-Pickavant.
Ob es sich dabei immer um das Original handelt, wird einem niemand sagen
wollen. Dem Vernehmen nach stammt das Original aber aus England.
Vor einem Kauf würde ich jedenfalls immer anfragen, welche Bördel das
Gerät in der Originalbestückung erzeugen kann und was ggf. die zusätzlichen
Druckstücke (EN: punch) und Spannbacken (EN: die) kosten.
Gute
Bördelgeräte gibt es außerdem beispielsweise von Gedore,
Hazet oder Stahlwille. Empfehlenswert ist es, wenn Sie ein Modell wählen,
das die Kunststoffbeschichtung der Leitungen nicht beschädigt.
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6 Biegewerkzeuge
Die Gefahren beim Selberbiegen liegen im Abknicken der Leitung mit Querschnittsverengung
(minimaler Biegeradius: mindestens 3-facher Rohrdurchmesser!) sowie in
der Materialermüdung, insbesondere wenn man sich beim dreidimensionalen
Biegen vertut und man dann genau in die entgegengesetzte Richtung zurückbiegen
muss. Daher sollte man erst einmal mit einer alten Leitung oder dickem
Schweißdraht üben.
Bremsleitungen lassen sich ganz gut "über den Daumen"
biegen - einen kräftigen Daumen vorausgesetzt. Um das Biegen zu erleichtern,
gibt es jedoch auch allerlei Werkzeuge. Ich habe zwei davon ausprobiert:
o
Der "Biegeknochen" bietet 2 verschiedene Biegeradien und ist
insbesondere an den Enden der Leitungen hilfreich, wo nur wenig Hebelarm
zur Verfügung steht und das Biegen über den Daumen somit viel
Kraft erfordert. Es gibt ihn z.B. bei ATE und bei Sauer-Werkzeug.de.
o
Die Biegezange erlaubt das Biegen fast völlig ohne Hebelarm, also
auch ganz am Ende direkt vor der Überwurfschraube und bei sehr beengten
Verhältnissen am Fahrzeug. Leider wird die Kunststoffummantelung
dabei beschädigt, sodass nach dem Gebrauch Korrosionsschutz aufgebracht
werden muss.
TIPPS
Da dreidimensionale Verläufe für den Ungeübten
nur schwer nachvollziehbar sind, sollten Sie die alte Originalleitung
als Biegevorlage unbedingt aufbewahren!
Zunächst sollte man mit dem Rohrschneider ein Stück Rohr abschneiden,
das ein paar Zentimeter länger als benötigt ist, und eine Seite
schon mal bördeln. Dann beginnen Sie von dieser Seite aus anhand
der Biegevorlage mit dem Biegen. Für sehr lange Leitungen gibt es
den Tipp, mit Klebeband die neue und die alte Leitung zusammenzuheften,
also immer so weit, wie man die neue schon gebogen hat.
Alternativ kann man auch die fertig gebördelte Seite am Fahrzeug
einschrauben und direkt unter dem Fahrzeug biegen.
Wenn die Leitung fertig gebogen ist, können Sie das überstehende
Ende mit dem Rohrschneider genau auf die benötigte Länge kürzen.
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7 Sonstige Werkzeuge
Eine gute Übersicht zu Bremsleitungswerkzeugen gibt es bei ATE-info.de.
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8 Weiterführende Informationen
Im Download bei Beuth.de
(Preisangaben für Anfang 2009):
- DIN 74233 - Teil 1: Überwurfschrauben; Teil 2: Überwurfmuttern
(je 37,- Euro)
- DIN 74234 - Bördel (37,- Euro)
- DIN 74235 - Gewindelöcher (37,- Euro)
- ISO 4038 - Rohre mit einfachem Bördel, Gewindelöcher, Überwurfschrauben
(52,- Euro)
- ISO 13486-1 - Rohre mit doppeltem Bördel, Gewindelöcher,
Überwurfschrauben und Bördelsitz (58,- Euro)
Im deutschsprachigen Internet ist Anfang 2009 kaum etwas zum Thema zu
finden.
Im englischen Sprachraum gibt es aber z.B. diese sehr gute Seite: www.fedhillusa.com
(auch unter http://fedhillusa.net
)
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| © 2009 Chr. Merten |
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